Als ich mit 36 Jahren 2002 beschloss, mir endlich meinen lange gehegten Wunsch, Reiten zu lernen, zu erfüllen, ging es mir wie vermutlich vielen Späteinsteigern: Voller Hoffnungen und Elan rauf aufs Pferd, um dann überrascht, um nicht zu sagen entsetzt, festzustellen, wie schwierig feinmotorische Abstimmungen sein können und welche Grenzen einem der eigene Körper setzt. Die Verspannungen vom sitzenden Beruf fühlten sich noch schiefer an, eine Hüftseite klemmte und ein Bein kam mir plötzlich kürzer vor, beim Traben hoppelte ich im Sattel immer zur einen Seite und nach einer halben Stunde auf dem Pferd tat mir ein Knie weh.

Glücklicherweise habe ich sehr früh durch Zufall zu Petra Schöner gefunden. Mit ihrer motopädagogischen Erfahrung und ihrer Sitzschulung hat sich innerhalb weniger Reitstunden mein Sitz wesentlich verbessert. Nach und nach begann ich mich, im Sattel richtig wohl zu fühlen (meinem Pferd gings mit mir sicher auch besser) und inzwischen habe ich auch nicht mehr das Gefühl, dass irgendwas klemmt. Petra nimmt sich Zeit und hat die Geduld, sich auf den Einzelnen einzustellen. Sie spult kein stures Reitstundenprogramm ab, sondern versteht es, auf Pferd und Reiter individuell einzugehen. Wenn ich wieder mal vor mich hinträume und zum x-ten Mal denselben Fehler mache, holt sie mich mit dem nötigen Biss in die Stunde zurück, ohne in einen Kasernenhofton zu verfallen. Egal ob in meinen Einzelstunden oder im Kurs, bisher hat es mir immer großen Spass gemacht und ich hatte eigentlich jedesmal das Gefühl, mich reiterlich ein Stück weiterentwickelt zu haben.